Mietspiegel in Leipzig: Wo Wohnen am günstigsten ist

Mit der Veröffentlichung der neuen Betriebskostenbroschüre durch die Stadt Leipzig steht den Bürgern jetzt eine objektive Vergleichsbasis zur Höhe von Betriebskosten in der Sachsenmetropole zur Verfügung. Demnach müssen die Leipziger im Durchschnitt 2,36 Euro pro Quadratmeter für ihre „zweite Miete“ bezahlen. Trotz erhöhter Energiekosten sanken die Gesamtausgaben im Vergleich zur letzten Erhebung sogar ein wenig.

Mietsteigerung von 6,5 Prozent innerhalb der letzten vier Jahre

Zur Ermittlung der Daten für ihre Mietspiegel- und Betriebskostenbroschüre, führt die Stadt Leipzig alle vier Jahre repräsentative Befragungen durch. Auch dieses Mal wurden die Zahlen von allen Großvermietern sowie von 70 Hausverwaltungen erhoben. Das Ergebnis wurde in der neuen Betriebskostenbroschüre veröffentlicht, die seit dem 7. November in allen Bürgerämtern gegen eine Schutzgebühr von zwei Euro erworben werden kann. Zusammen mit dem bereits im August erschienen Mietspiegel sind nun exakte Angaben zu den monatlichen Wohnungskosten in der Messestadt möglich.

Leipziger City

Am höchsten sind die Mieten in der Leipziger City. (Bild: Martin Geisler/wikipedia unter CC BY-SA 3.0)

Die durchschnittliche Kaltmiete beträgt in Leipzig aktuell 4,95 Euro pro Quadratmeter, vor vier Jahren waren es noch 4,66 Euro. Die Erhöhung von 6,5 Prozent seit 2008 entspricht dabei der Inflationsrate. Hinzu kommen Betriebskosten von 2,36 Euro pro Quadratmeter, inklusive Heizung und Wasser, die für den Abrechnungszeitraum 2010 ermittelt wurden.

Das sind zwei Cent weniger als bei der letzten Erhebung, vier Jahre zuvor. Die leichte Senkung der Kosten sei vor allem durch Einsparungen auf Mieter- und Verwaltungsseite bei den Ausgaben für Müllabfuhr, Gartenpflege, Hausreinigung, Fahrstuhl und Versicherungen zurückzuführen, wie die Fachaufsicht für soziale Wohnhilfen mitteilte.

Höchste Betriebskosten in unsanierten 16-Geschossern

Die höchste Betriebskosten fallen mit 2,55 Euro in unsanierten 16-Geschossern aus den sechziger Jahren an, am günstigsten sind sanierte Altbauten aus den dreißiger Jahren mit 2,05 Euro Betriebskosten pro Quadratmeter. Noch letztes Jahr hatte der Mieterverein Leipzig die Nebenkosten mit 2,67 Euro durchschnittlich berechnet, womit sie zehn Cent über dem landesweiten Mittelwert lagen.

Die durchschnittliche Leipziger Warmmiete liegt nach den neusten Veröffentlichungen der Stadt im Moment bei 7,31 Euro. Die günstigsten Mietwohnungen sind mit 4,08 Euro Kaltmiete in Lausen-Grünau zu finden, am teuersten wohnt man im Zentrum. Dort werden für eine Kaltmiete 7,52 Euro pro Quadratmeter fällig. Auch die Mieten in den Szenevierteln Zentrum-Süd, Südvorstadt und Plagwitz sind gestiegen. Plagwitz ist mit 6,09 Euro durchschnittlicher Kaltmiete sogar einen Cent teurer als die Südvorstadt, das Zentrum-Süd ist mit 6,66 Euro neben dem Zentrum die teuerste Wohnlage.

Leipziger Mieten unter bundesweitem Durchschnitt

Deutschlandweit sind die Mieten in München weiter am teuersten. In der bayrischen Landeshauptstadt müssen Mieter etwa doppelt so viel für die Wohnung bezahlen, wie im deutschen Mittel, die günstigsten Mieten gibt es in Duisburg. Leipzig liegt unter dem bundesweiten Durchschnitt. Wer noch mehr Geld sparen möchte, kann hier eine Wohnung mieten.

Die höchsten Mietsteigerungen gab es in Berlin, Hamburg, München und Frankfurt, wie das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) am Mittwoch mitteilte. Die Mietpreise in diesen Städten steigen pro Jahr um durchschnittlich 6,5 Prozent. Bereits im Oktober warnte die Bundesregierung vor Engpässen auf dem Wohnungsmarkt. Besondere Probleme kämen auf Familien mit Kindern zu.

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