Mädlerpassage

Es soll Glück bringen, wenn man Faust über den Fuß streicht. Aber nicht nur der mittlerweile goldene Schuh der Goethe-Figur lockt zahlreiche Besucher in die Mädlerpassage. Auch die prunkvolle Ausgestaltung von Wänden und Decken und die schicken Geschäfte laden zum Bummeln ein.

Mädlerpassage Leipzig

Kümmels Apotheke in der Mädlerpassage (Bild: LTM/Andreas Schmidt)

Als eine der wenigen vollständig erhaltenen Passagen der Leipziger Innenstadt verfügt die Mädlerpassage über eine lang zurückreichende Historie. Bereits um 1525 eröffnete auf dem Grundstück der Rektor der Leipziger Universität Dr. Stromer von Auerbach hier einen Weinausschank und fünf Jahre später das Messehaus „Auerbachs Hof“. Der Weinausschank verlagerte sich in die Kellergewölbe des Neubaus. 1625 ließ Rathsherr Johann Vetzer, ein Verwandter und Nachfolger Auerbachs das Gebäude umbauen. Um größere Besucherströme anzulocken ließ er zwei Tafelgemälde malen, die durch seinen Auftrag auf das Entstehungsjahr des Weinausschanks zurück datiert wurden. Die Malereien zeigten die Legende des Dr. Faustus, ganz speziell sein Gelage mit Studenten in einem Leipziger Weinlokal und seinem anschließenden Ritt auf dem Weinfass. Seitdem wurde die Überlieferung vom Ritt auf dem Weinfass stets mit den Räumlichkeiten des Auerbachs Keller in Verbindung gebracht. Goethes Faust trug schließlich zur regelrechten Berühmtheit der Gewölbe bei.

Bis zum Ende ins 19. Jahrhundert hinein entwickelten sich der „Auerbachs Hof“ und „Keller“ zu Orten des regen Stadt- und Gastronomiebetriebs.

Faust-Skulptur in der Leipziger Mädlerpassage

Faust-Skulptur in der Mädler Passage (Bild: LTM/Andreas Schmidt)

1911 kaufte der Koffer- und Taschenfabrikant Anton Mädler sowohl den Häuserkomplex des „Auerbachs Hof“ als auch angrenzende Grundstücke. Er ließ alle darauf befindlichen Gebäude abreißen. Den „Auerbachs Keller“ erhielt er jedoch und vergrößerte ihn im Zuge des Neubaus der zukünftigen Passage. Von 1912 bis 1914 entstand ein fünfgeschossiges Durchgangsgebäude, das fortan als Messehaus für Porzellan-, Keramik-, Wein- und Ledermessen genutzt wurde.

Bezug nehmen auf diese Bestimmung, befinden sich über dem Eingang in der Grimmaischen Straße zwei Frauen-Statuen mit Weintrauben und einer Vase.

Während im unterirdischen Gewölbe der „Auerbachs Keller“ noch immer traditionsreich seine Gäste bewirtet, laden im Erdgeschoss über 20 Läden und Lokale zum Verweilen ein. Die Räumlichkeiten in den oberen Etagen dienen als Büroräume und beherbergen die Spielstätte des Leipziger Kabaretts „Sanftwut“.

Adresse

Mädler-Passage Leipzig
Grimmaische Str. 2-4
04109 Leipzig

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