Restaurierung im Gewandhaus: „Gesang vom Leben“ wird überarbeitet

Nicht die Akustik, sondern die Optik steht bei den derzeitigen Renovierungsarbeiten im Gewandhaus zu Leipzig im Mittelpunkt. In mühevoller Kleinarbeit wird das bekannte und weithin sichtbare Deckengemälde „Gesang vom Leben“ erstmals seit 1981 von Schmutz befreit und stellenweise neu gemalt.

Außenansicht des Deckengemäldes im Gewandhaus

Auch von außen ist das imposante Gemälde zu sehen. (Bild: LTM/Andreas Schmidt)

Frischekur für Leipziger Wahrzeichen

Obwohl in erster Linie als Stätte akustischer Genüsse bekannt, beeindruckt der Musentempel am Augustusplatz auch durch das rund 700 Quadratmeter große Gemälde, das dank der Glasfront auch von außen zu bewundern ist.

Folgenschweres Problem dieser transparenten Bauweise ist jedoch der fehlende UV-Schutz, der das Gemälde des Leipziger Künstlers Sighard Gille seit der Eröffnung des neu erbauten Gewandhauses 1981 Stück vor Stück verblassen ließ.

Ziel der Restaurierung ist jedoch nicht die Wiederherstellung des Originalzustands, sondern vielmehr die Abtragung des angesammelten Staubs. Zudem hat ein Wasserschaden vor drei Jahren zu erheblichen Mängeln an dem imposanten Werk geführt, die nun endlich beseitigt werden sollen. Dies sei auch der Wunsch des Urhebers, der den Reinigungsarbeiten jedoch skeptisch gegenübersteht. Da Sighard Gille bei Schaffung des Gemäldes vor über dreißig Jahren wenig Bindemittel verwendet habe, fürchte er nun um die Haltbarkeit seines Werks, wie er der Leipziger Volkszeitung kürzlich mitteilte.

Foyer im Gewandhaus

Der “Gesang vom Leben” beherrscht das Foyer in der ersten Etage. (Bild: LTM/Andreas Schmidt)

Finanzierung durch Sponsoren

Die bereit gestellten Mittel aus öffentlicher Hand werden nach Einschätzung von Experten nicht ausreichen, um das größte Gemälde dieser Art in Europa vollständig zu sanieren. Das Gewandhaus setzt deshalb auf Spenden von Unternehmen und Privatleuten, die sich für ihre Aufwendungen einen Teil des Gemäldes aussuchen dürfen.

150 Euro pro Quadratmeter kostet der „Gesang vom Leben“, der ein buntes Kaleidoskop des kulturellen Lebens abbildet. Zwar dürfen die edlen Spender „ihren“ Teil des Kunstwerks nicht mit nach Hause nehmen, werden aber immerhin öffentlich genannt und so für lange Zeit mit Dank bedacht.

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